26.08.2019 | 11:25 Uhr

Regionalagentur MEO und die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mischt jetzt am Arbeitsmarkt mit...


Die EWG soll künftig nicht nur Gewerbeflächen vermitteln, sondern gleich auch die Arbeitskräfte mit. Dafür gibt es eine neue strategische Allianz. Die Essener Wirtschaftsförderung (EWG) erweitert ihren Aufgabenbereich und soll sich künftig auch um das Thema Arbeitsmarktförderung kümmern. Mit Blick auf die hohe Arbeitslosigkeit in Essen sagte EWG-Geschäftsführer Andre Boschem: „Die Herausforderungen sind unbestritten. Wir als EWG nehmen uns da nicht raus.“ Künftig soll die EWG daher Unternehmen noch enger betreuen, die sich in Essen ansiedeln oder erweitern wollen. Ihnen will die EWG nicht nur passende Flächen - wie in der Vergangenheit - vermitteln, sondern gleich noch ein passendes Fachkräfte-Paket schnüren. Ansiedlungen ganzheitlich denken, lautet die Devise.

Die Expertise dafür holt sich die Wirtschaftsfördeung, indemsie Partner wie Jobcenter und Arbeitsagentur einbindet. Denn es gelte, Parallelstrukturen zu veremeiden. Stattdessen sollen bestehende Netzwerke besser genutzt werden. Dafür gibt es eine neue strategische Allianz: Die Rgionalagentur MEO ist seit dem 1.juli zur EWG gewechselt. Bislang war sie an der Industrie- und Handelskammer Essen angedockt. Seit den 19960er Jahren schon soll sie das Bindglied zwischen NRW-Arbeitsministerium und regionalen Akteuren der Städte Mülheim, Essen, Oberhausen (MEO) sein und beispielsweise politische Ziel und Förderprogramme der Landesregierung in den Regionen begleiten. Doch in der Vergangenheit waren ihre Rolle und ihr Wirken unbekannt.

Das soll sich ändern und dafür steht auch eine Personalie:


Bodo Kalveram war bis vor kurzem Leiter des Jobservice im Jobcenter Essen und ist jetzt Geschäftsführer der MEO-Regionalagentur

Bodo Kalveram, der vormals im Jobcenter Essen arbeitete und somit die Materie bestens kennt, ist der neue Geschäftsführer. " Es gibt unheimlich viele Akteure in der Region, und die wollen wir nun bündeln. Wir wollen eine Drehscheibe für Projekt werden", sagte Kalveram.

Ein praktisches Beispiel gibt es bereits: Der Paketdienstleister GLS baut derzeit im Essener Norden ein neues Paketzentrum und braucht dafür 165 neue Mitarbeiter. Um die Gewinnung der Fachkräfte und die mögliche Qualifizierung im Vorfeld kümmert sich die neue Abteilung der EWG unter Leitung von Kalveram. "Dieser Servicegedanke für Unternehmen ist einzigartig", sagt er. Seine Abteilung zählt zwölf Mitarbeiter, davon kommen drei aus dem Jobcenter. Evetuell schickt auch die Arbeitsagentur noch Verstärkung ins Team.

Die neuen Strukturen zielen aber nicht nur auf die Stadt Essen ab. Da die Regionalagentur auch für Mülheim und Oberhausen zuständig ist, sind beide Städte mit im Boot. "Nur weil sie bei der EWG untergekommen ist, heißt das nicht, dass wie Mülheim und Oberhausen vernachlässigen", betont Essens Sozialdezernent Peter Renzel. Der Arbeitsmarkt der Einpendlerstadt Essen höre schließlich nicht an den Stadtgrenzen auf.