31.10.2019 | 11:30 Uhr

Presseinformation Nr. 39 / 2019 – 30. Oktober 2019

Auch in diesem Jahr fanden wieder hunderte Besucherinnen und Besucher den Weg in das Oberhausener TZU Gebäude und informierten sich über die Gesundheits- und Pflegeberufe. Bereits zum dritten Mal fand die große und mittlerweile überregional bekannte Pflege- und Gesundheitsmesse der Agentur für Arbeit Oberhausen, des Jobcenter Oberhausen, des Jobcenters | Sozialagentur Mülheim an der Ruhr und der Initiative Pflegeberufe Oberhausen (IPO) in Kooperation mit der Regionalagentur MEO statt.


Am Puls der Zeit sein, mitreden und mitgestalten – das war auch in diesem Jahr das Ziel der Veranstalter der Gesundheits- und Pflegemesse in Oberhausen. Das vielfältige Informationsangebot richtete sich dabei an Schüler*innen, an Studieninteressierte, Studenten*innen, an arbeitslose Menschen jeglicher Altersgruppe, an Berufsstätige und alle Bürger*innen, die sich vorstellen können, in der Gesundheits- und Pflegebranche zu arbeiten.
Quereinsteiger*innen, die zum Beispiel als Altenpflegehelfer/in den Einstieg in den Pflegeberuf wünschen, fanden gute Gesprächspartner*innen, ebenso wie junge Menschen, die in dieser Branche einen akademischen Abschluss anstreben, zum Beispiel in der Pharmazie oder der Humanmedizin. Die Palette der vorgestellten Berufe reichte von A wie Apotheker bis Z wie Zahnmedizinische Fachangestellte und war enorm groß und vielfältig – es war bei den knapp 30 Ausstellern wirklich für jeden etwas dabei!
„Ganz nach dem Motto: Alle reden darüber, aber wir tun etwas, geben wir auf dieser umfassenden und etablierten Fachmesse, die in dieser Form in der Region einmalig ist, ausschließlich Unternehmen der Gesundheits- und Pflegebranche die Gelegenheit, frühzeitig ihr Personal für die Zukunft zu finden“, betont Marion Steinhoff von der Arbeitsagentur Oberhausen.
„In den nächsten Jahren werden altersbedingt sehr viele Beschäftigte aus dieser Branche ausscheiden und es kommt einfach zu wenig Personal nach“, ergänzt Jürgen Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit. „Das neue Bundesprogramm Konzertierte Aktion Pflege, kurz KAP, hat sich zum Ziel gemacht bis 2023 die Anzahl der Auszubildenden in der Pflege um 10 Prozent zu steigern. Mit dieser Messe gehen wir bereits einen wichtigen Schritt und machen junge Menschen auf die tollen Möglichkeiten, die eine Pflegausbildung bietet, aufmerksam.“
„Das große Spektrum im Gesundheitsbereich bietet nicht nur Schüler*innen eine tolle Entscheidungshilfe für den Start in das zukünftige Berufsleben. Auch Menschen, die eine berufliche Umorientierung anstreben, die sich qualifizieren wollen oder auf der Suche nach einer Arbeitsstelle sind, bietet sich hier eine tolle Chance, um sich direkt an den zahlreichen Messeständen von Ausbildungsbetrieben, Fachschulen und Universitäten über ihre individuellen Möglichkeiten und sogar auch konkreten Stellenangebote zu informieren,“ so Ingrid Mura, Beauftragte für Chancengleichheit des Jobcenters Oberhausen.
Auch die Leiterin des Jobcenters | Sozialagentur Mülheim an der Ruhr, Anke Schürmann-Rupp, ist von dem Konzept überzeugt: „Wir beteiligen uns auch in diesem Jahr wieder gern aktiv an der Pflege- und Gesundheitsmesse. Mit Sorge sehen wir dem Pflegenotstand entgegen. Die Arbeitgeber setzen alle Energie daran, Pflegekräfte zu finden und im Beruf zu halten. Hier sehe ich uns als Unterstützer, um potentielle Arbeitnehmer für diesen Bereich zu sensibilisieren, Ihnen die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten näher zu bringen, Ihnen das Angebot einer entsprechenden Qualifizierung zu machen und sie darin zu unterstützen, eine Ausbildung bzw. eine Arbeitsstelle zu finden. Die Pflege- und Gesundheitsmesse ist eine tolle Plattform, um sich über berufliche Möglichkeiten und Qualifizierungen zu informieren, mit den Anbietern ins Gespräch zu kommen.“
Agentur für Arbeit Essen – Verbundpressestelle Ruhrgebiet West
Berliner Platz 10, 45127 Essen
Telefon: 0201 181 4400
www.arbeitsagentur.de
Die Wege in eine Ausbildung und Beschäftigung in den Pflege- und Gesundheitsberufen sind vielfältig. „Der Fachkräftemangel ist auch in Oberhausen erkennbar. Deshalb ist uns die Rekrutierung von weiteren Bewerbergruppen sehr wichtig, so Nese Özcelik vom Netzwerk IPO. „Gemeinsam mit der Initiative Pflegeberufe Oberhausen – IPO arbeiten wir stetig daran den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen, um das Berufsinteresse zu fördern.
Auch die Regionalagentur MEO ist froh, dass es die etablierte Messe in Oberhausen gibt: „Wir beteiligen uns auch in diesem Jahr wieder sehr gerne und ich finde es klasse, dass die Messe überregional durchgeführt wird. Das bringt uns in der MEO Region bei dem Thema Fachkräftebedarf in der Pflegebranche in jedem Fall weiter“, so Bodo Kalveram, Leiter MEO Regionalagentur NRW.
Neben dem umfangreichen Informationsangebot an den 28 Messeständen der Aussteller*innen präsentierte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters alle aktuellen Ausbildungs- und Arbeitsstellen der Branche und konnte auf Wunsch die Stellenvorschläge vor Ort sofort mitgeben. Interessante Workshops und Vorträge zu den examinierten Ausbildungswegen in der Alten- und Krankenpflege rundeten das facettenreiche Rahmenprogramm ebenso ab wie ein kostenloser Bewerbungsmappen-Check.
Auch in diesem Jahr legten die Veranstalter auf ein Thema besonderen Wert: die kultursensible Pflege.
„Diese gewinnt angesichts unserer multikulturellen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung und bietet Frauen und Männern mit Migrationshintergrund tolle berufliche Perspektiven. Sie eignet sich auch als zweiter Berufsweg nach der Erziehungszeit. Hier gibt es individuelle Arbeitszeitmodelle, so dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet ist“, weiß Maria Werner M.A., Leiterin innerbetriebliche Fortbildung am Katholischen Klinikum Oberhausen, zu berichten.
Ein gutes Beispiel dafür, ist die 35-Jährige Naira Pahlevanyan. Die Armenierin hat im vergangenen Jahr am Diversity Tag der Arbeitsagentur und des Jobcenter Oberhausen teilgenommen. An diesem, bekommen Menschen mit Migrationshintergrund einen direkten Einblick in Pflegeberufe und können sich mit Personalverantwortlichen und Azubis austauschen. Aufgrund dieser Einblicke und Gespräche startete die junge Frau aus Oberhausen nach einem erfolgreichen Praktikum im Katholischen Klinikum im April dieses Jahres mit der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Eine Ausbildung, die sie bereits in ihrem Heimatland gestartet hat und unbedingt fortsetzen wollte. „In Deutschland unterscheidet sich die Pflege in vielen Bereichen“, berichtet die Mutter von zwei Kindern. So wird die Grundpflege in Armenien oftmals von den Angehörigen erbracht. Auch die Ausbildung ist in ihrem Heimatland anders strukturiert. Naira Pahlevanyan kennt nicht nur die kulturellen Besonderheiten von vielen Patienten. Sie kann ihre armenischen und russischen Sprachkenntnisse einsetzen, um Barrieren zu überwinden, wenn Patienten sich in der deutschen Sprache nicht gut verständigen können. Auf diese Weise leistet sie selbst einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.